Aktuelles vom Museum Bautzen

Fotos, Gasherde und ein modernes Badezimmer

|   Museum Bautzen

Die Ausstellung „Wasser, Gas und Sanitär – Bautzener Klempner- und Installateure einst und heute“ bietet anhand von Dokumenten, Bildern und Objekten einen Überblick über die mehr als 350-jährige lokale Geschichte dieses Handwerkszweiges. Vorgestellt werden die alte Klempner-Innung zu Bautzen und die SHK-Innung Bautzen, die heute die  Interessen der Klempner und Installateure vertritt. Auch die Entwicklung der Unternehmen Albrecht, Dominick, Eckhardt/Heute, Münch und Schneider, die das Handwerk in Bautzen im 20. Jahrhundert mitgeprägt haben, wird behandelt. Dazu wird eine historische Klempner-werkstatt mit Werkzeug und Inventar eingerichtet, wie sie in der DDR bestanden hat.

Die Schau betrachtet außerdem Aspekte der Wasser- und Gasversorgung in der Stadt Bautzen, darunter die Geschichte des Gaswerkes im Spreetal. Der dritte Teil widmet sich Ausstattungen für Toiletten, Bäder und Küchen im 20. Jahrhundert. Den abschließenden Höhepunkt der Ausstellung bildet ein modern eingerichtetes Badezimmer. Die Ausstellung zeigt Leihgaben von mehr als 25 Leihgebern. Flankierend finden Begleitveranstaltungen wie Führungen, Vorträge und Betriebsbesichtigungen statt. Spätestens seit der Mitte des 17. Jahrhunderts waren in Bautzen Klempner tätig. Zur Organisation ihres Handwerks gründeten sie 1673 eine Innung. In ihren Werkstätten stellten die Klempner Hausrats- und Gebrauchs-gegenstände aus Blech her. Außerdem beschäftigten sie sich mit der Anfertigung und Anbringung von Dachrinnen und -röhren sowie der Verkleidung von Gebäudefassaden und -dächern mit Blechtafeln.

Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert führte zu einer Erweiterung der Arbeitsbereiche. Neben der Verlegung von Gas- und Wasserleitungen entwickelte sich die Installation, Wartung und Reparatur von Sanitäranlagen zum wichtigsten Arbeitsfeld vieler Klempner, zu denen später Heizungs-, Kühl- und Lüftungsanlagen hinzukamen. Auf deren Ausführung spezialisierten sich die Installateure. Die Entwicklung ihres Handwerks wurde durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg, die Inflation und Weltwirtschaftskrise sowie die Wirtschafts-politik in der DDR maßgeblich bestimmt. Infolge der politischen Ereignisse von 1989/90 änderten sich die Rahmenbedingungen für Klempner und Installateure grundlegend. Für die Fachbetriebe ergaben sich neue Perspektiven, etwa durch die Spezialisierung auf neue Gebiete wie die Solar- und Photovoltaiktechnik.

Ausstellungseröffnung: Sonnabend, 24. März 2018, 15.00 Uhr

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Klempnermeister Johannes Schneider mit Gesellen und Lehrlingen. Bautzen, um 1955. © Gustav Schneider Bad und Heizung GmbH, Bautzen.