Vortragsthema: Gabriele Münter (1877-1962)

Referentin: Dr. Marianne Risch-Stolz

Gabriele Münter, die 1897 ihre künstlerische Laufbahn zunächst traditionell an einer Damenkunstschule in Düsseldorf begann, traf 1901 in München Wassily Kandinsky, mit dem sie eine unkonventionelle Lebensgemeinschaft einging. Besonders die zeitgenössische französische Kunst hinterließ 1906/07 einen nachhaltigen Eindruck auf Gabriele Münter, die 1909 ein Haus in Murnau kaufte, das fortan im Sommer Treffpunkt für die künstlerische Avantgarde wurde. Als Mitbegründerin des „Blauen Reiters“ erlangte sie neben Marianne von Werefkin große Bedeutung und entwickelte eine eigenständige, abstrakte Malweise in leuchtenden, unvermischten Farben und starken Formen. Sie war eine aufgeschlossene und fortschrittliche Frau, die aber auch das Schicksal als entartete Künstlerin ereilte, die Ausstellungsverbot erhielt und erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Erscheinung trat.

Bitte melden Sie sich bei der Kreisvolkshochschule Bautzen für den Vortrag an.

Informationen und Anmeldung

Kreisvolkshochschule Bautzen

Bautzen 03591 27229-0 / Kamenz 03578 3096-30 / Radeberg 03528 4163-83

Gebühr:12,00 EUR

www.kvhsbautzen.de

Referent: Hagen Schulz, Museum Bautzen

Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Verein ALTSTADT BAUTZEN e. V.

In Bautzen entstanden ab dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts verstärkt Stiftungen für gemeinnützige Zwecke. Ins Leben gerufen wurden sie durch Privatpersonen wie Juliana Krottenschmidt (†1589) und Dr. Gregorius Mättig (1585–1650) für die Kirchen, die Hospitäler, das Krankenhaus, das Waisenhaus, das Schützenwesen und die Schulen. Die von den Stiftern und Stifterinnen bereitgestellten finanziellen Mittel dienten der Unterstützung bedürftiger Menschen wie Witwen, Waisen, Armen und Kranken, aber auch Schülern und Studenten mit Lebensmitteln, Bekleidung, Brennstoffen, Mietzuschüssen oder Stipendien und Lehrmitteln. Verwaltet wurden die Stiftungen zumeist durch den Stadtrat zu Bautzen.

Unter den 1917 dokumentierten 542 Stiftungen fanden sich 102 für Schulen, davon 46 für die 1527 entstandene Neue Evangelische Ratsschule/das spätere Gymnasium. Im Rahmen des Vortrages werden ausgewählte Stiftungen vorgestellt, deren Zweckbestimmung die Schaffung von besseren Lern- und Lebensbedingungen für Schüler, die Hilfe beim Einstieg in das Berufsleben oder die Unterstützung von Studenten mit Stipendien war. Erwähnung finden darüber hinaus Stiftungen, die zur Förderung der Bibliothek, des Museums und des musikalischen Lebens in der Stadt beitrugen/beitragen.

Vortragsthema: Venus- Schönheitsträume von Künstlern

Referentin: Dr. Marianne Risch-Stolz

Die Venus - künstlerisch eines der reizvollsten Themen durch Jahrhunderte hinweg. Die Venus als Schönheitsideal und Verkörperung von fast unerfüllbaren Sehnsüchten - sie war die Herausforderung für die Künstler. In vielen Werken ist sie gedanklich vertreten, ihre Mythologie fließt wie selbstverständlich in profane Darstellungen ein und erhält symbolischen Charakter. Spannungsvoll ist gerade diese vielfältige Wandlung des Venus-Themas, die mit europäischen Kunstwerken aus mehreren Jahrhunderten aufgezeigt werden soll.

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Vortragsthema: Max Klinger (1857-1920)

Referentin: Dr. Marianne Risch-Stolz

Der Künstler wurde 1857 als Sohn eines Leipziger Seifenfabrikanten geboren und erhielt bereits früh Zeichenunterricht. Er besuchte die Kunstschule in Karlsruhe sowie die Berliner Akademie und publizierte erfolgreich seine frühen Radierzyklen. Auch als Maler und Bildhauer wurde er ab den 1890er Jahren einer der bekanntesten Künstler in Deutschland, so dass an ihn wichtige Aufträge für großformatige Gemälde und bildhauerische Arbeiten vergeben wurden. Sein Ruhm wurde untermauert mit vielen Ehrungen, und sein erfolgreiches Engagement für die Gründung der Villa Romana in Florenz sollte lange Zeit nachwirken. Der Erste Weltkrieg bildete für Max Klinger eine Zäsur, denn die nachlassende Begeisterung für sein Werk, aber auch die kriegsbedingte Notlage führten ihn zu anderen Themenwelten. Nach seinem Tod 1920 gab es in
der Folgezeit nur noch Vereinzelte, die sein vielgestaltiges OEvre würdigten – erst allmählich wird er wieder verstärkt in Erinnerung gebracht.

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Referentin: Dr. Karina Iwe, Museumsleiterin und Archäologin/Prähistorikerin

Spektakuläre Neufunde erweitern regelmäßig unser Bild der Vergangenheit: Ein 10.000 Jahre alter Steinwall, Figurinenfunde aus den Höhlen der Schwäbischen Alb, das bronzezeitliche Schlachtfeld im Tollensetal, früher Bergbau im Erzgebirge und ein neu entdecktes keltisches Fürstengrab sind nur einige Beispiele. Doch was können archäologische Entdeckungen über unsere Vergangenheit erzählen? Sie zeigen, wie Menschen lebten, jagten, Konflikte austrugen, sich kunstfertig betätigten, die Ressourcen ihrer Umwelt nutzten und starben.    

Der Vortrag präsentiert die spannendsten Entdeckungen der vergangenen 25 Jahre in der reichen Kulturlandschaft Deutschlands. Er wird auch zeigen, wie moderne Forschungsmethoden neue Einblicke in das Leben vergangener Gesellschaften ermöglichen. Der Beitrag ist auch vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen für die Archäologie in mehreren Bundesländern hochaktuell.

Vortragsthema: Oskar Kokoschka (1886-1980)

Referentin: Dr. Marianne Risch-Stolz

Der österreichische Maler, Grafiker und Schriftsteller Oskar Kokoschka (1886-1980) gehörte mit Francis Picabia und Pablo Picasso zu den Künstlern, die der gegenständlichen Malerei auch nach dem Zweiten Weltkrieg treu blieben. Charakteristisch für ihn ist sein gestischer, hingeworfener Pinselstrich, der expressionistisch und durchwoben mit fiebrigen Linien einen unverwechselbaren Stil hervorbrachte. Aus diesem Grunde als entarteter Künstler im Dritten Reich mit 400 beschlagnahmten Bildern diffamiert, musste er ins Exil nach London fliehen und überlebte diese entwürdigende Zeit nur durch Auftragsarbeiten berühmter Persönlichkeiten aus Literatur, Architektur und Politik. In seinen Werken sind alle Motive vertreten: Landschaften, Metaphern mit Bezügen zu Kriegsgräueln, mythologische Themen, Kinder oder einfach nur die Schönheit der Natur. Kokoschka blieb immer der gegenständlichen Malerei treu, der eine bis heute in Salzburg existierende „Schule des Sehens“ als Sommerakademie für Bildende Kunst gründete – ein weiteres Merkmal des Künstlers, Kunst jedermann zugänglich zu machen.

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Vortragsthema: Odilon Redon (1840-1916)

Referentin: Dr. Marianne Risch-Stolz

Odilon Redon, eigentlich Bertrand Redon (1840-1916), wird dem Symbolismus zugeordnet. Er war nicht nur Mitbegründer der Société des Artistes Indépendant, sondern auch jahrelang dessen zweiter Vorsitzender. Seine Druckgraphiken, Kohlezeichnungen und Gemälde lassen sich in zwei Werkgruppen unterteilen, die sogenannte „schwarze“ und ab den 1890er Jahren in die „farbige“. Zu seiner Zeit als sehr eigenständiger Künstler hoch angesehen, wurde er später vor allem von den Surrealisten beachtet, da viele seiner Arbeiten Themen von Traumwelten oder Beängstigendes aufgreifen. Beispielhaft dafür sind Bildtitel wie 1879 „Im Traum“, 1885 „Hommage à Goya“ und 1886 „Die Nacht“.

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